Brazil II - Jericoacoara - Lençóis Maranhenses - São Luís - Belem - Rio de Janeiro


Jericoacoara 

Nach 24 Stunden Anreise von Praia da Pipa, kamen wir in Jericoacoara an. Bis Jijoca fährt man mit einem normalen Reisebus und von dort geht es mit Buggys oder einem großen Geländebus weiter in das Naturschutzgebiet ohne gepflasterte Straßen. Genauer gesagt fahren wir auf Sand. Das Hinkommen wird dadurch schon zum Erlebnis.
In Jeri ist alles ein wenig teurer und so auch die Unterkünfte. Wir entschieden uns für die Pousada "Senzala dos Amigos" und waren total zufrieden dort. Jedes Zimmer hat eine Hängematte vor der Tür und auch die Zimmer selbst sind total ok. Ruhig gelegen in einer der kleineren Seitengassen ohne Hilfe wahrscheinlich nicht schnell von alleine zu finden aber in Brasilien sind die Leute super hilfsbereit und erklären einem dem Weg oder bringen einen sogar hin.
Auch in Jeri gibt es keine herkömmlichen Straßen, sondern ebenfalls nur Sand. So kommt es, dass man überall Sand hat und ich meine überall. Der Ort ist ein Kitesurf Paradies und dementsprechend windig ist es dort auch. Das abendliche Ritual besteht darin, dass alle auf die große Düne des Ortes wandern um dort den Sonnenuntergang über dem Meer zu genießen.Danach kann man am Strand den Locals beim Capoeira zuschauen und bei den Barracas einen Caipi kaufen. Unbedingt mit Ananas probieren!
Abends ist in dem kleinen Örtchen unheimlich viel los und es gibt tolle Restaurants wie das "Tamarindo" oder einem Burgerladen in der Seitenstraße. Unbedingt bei der Eisdiele ein Eis essen, zwar ziemlich teuer aber auch unheimlich gut. Jeden ABend ist in dem Ort eine andere Party und diese Enden dann um 2. Danach geht man noch zu Padaria, die nur bis 5 Uhr geöffnet hat.
Wir hatten unheimlich tolle Nächte und haben viele tolle Leute kennengelernt. Einen davon sollten wir später in Rio noch wiedertreffen.
Um auch mal auszuspannen sind wir an einem Tag zur "Lagoa Paraiso" gefahren. Dort befinden sich einige Hängematten direkt im Wasser und man kann perfekt entspannen.
Für unsere weiterreise nach Barreirinhas haben wir über das Reisebüro vor Ort einen Jeep gebucht und diesen mit zwei Schweizerinnen geteilt um Kosten zu sparen. Achja noch gut zu wissen: In Jeri gibt es keine Geldautomaten, also genug Bargeld mitnehmen!


Barreirinhas/ Lençóis Maranhenses

Von Jeri fährt man ungefähr 6 Stunden mit dem Jeep nach Barreirinhas. Dort haben wir einfach in irgendeiner günstigen Pousada eingecheckt (Pousada Igarapé) und dort auch direkt den Nachmittagsausflug in die Wüste für den nächsten Tag gebucht. Barreirinhas selbst hat nicht viel zu bieten aber wir haben die Zeit genutzt, um unser weiteres Vorgehen zu planen.
Um 14 Uhr am nächsten Tag wurden wir dann beim Hotel abgeholt und stiegen in den Jeep, der uns in die Wüste bringen sollte. Wer Angst hat bei rasanten Fahrten sollte sich definitiv in die Mitte setzen, denn man verliert bei der Fahrt sicher das ein oder andere Mal die Haftung zum Sitz. Man fährt ca. 45 Minuten bis zu einer Stunde in die Wüste und von dort heißt es Barfuß weiter. Meine anfängliche Befürchtung, dass ich mir dabei meine Füße verbrenne war unberechtigt. Im Gegensatz zu Dubai war der Sand hier nämlich recht kalt.Das besondere dieser Wüste sind aber die kleinen Seen, in denen sogar Fische schwimmen. Diese füllen sich über die Regenzeit mit Wasser bevor diese gegen September/ Oktober austrocknen. Wir haben uns bewusst für die Nachmittags Tour entschieden, da man dort einen unheimlich tollen Sonnenuntergang genießen kann. Am nächsten Morgen um sechs ging es dann weiter nach São Luís.

São Luís


Ja São Luís. In dieser Stadt lief einiges anders als geplant. Unser Hotel das Portas da Amazonia war absolut toll. In einem alten Kolonialhaus liegen die netten kleinen Zimmer und auch endlich mal wieder einigermaßen gebrauchbares Internet. Wie sich noch feststellen sollte war das wirklich wichtig hier. Die Pousada liegt mit innen dem historischen Zentrum und man hat es somit nicht weit zu dem kleinen Restaurant Cafofinha da tia Dica, wo es hervoragendes Essen gibt. Eiegntlich wollten wir nur eine Nacht in dieser Stadt bleiben, doch in der Nacht bekam ich leider Magenprobleme, die noch eine  kompletten Tag anhalten sollten und mich ans Bett fesselten.

Belem

Die Reise nach Belem war die schlimmste von allen. Zwar hatten wir bei Progresso extra einen Leito gebucht, allerdings ging dieses Mal weder das WLAN, noch das Licht und der Bus wurde auf 15 Grad runtergekühlt, ohne das Decken ausgeteilt wurden. Aber nach 12 Stunden frieren war alles vorbei und wir mehr als glücklich in das Hotel Atrium Quinta De Pedras ankamen. Leider war es nicht möglich bei Ankunft zu frühstücken, so dass wir auf den Ver-O-Peso Markt gingen. Auf diesen Markt gibt es unheimlich viel zu sehen und besonders vormittags wenn die Fischer mit dem frischen Fisch kommen ist dies ein Spektakel. Den Nachmittag verbrachten wir zuerst im Mangal das Garças, wo man Leguane, Kraniche und andere Tiere hautnah erleben kann. Anschließend legten wir uns noch an den Hotelpool, bevor wir uns noch zu Fuß durch die Stadt machten.
Am nächsten Tag buchten wir einen Ausflug in das Amazonas Gebiet und wurden kurz von strömenden Regen abgeschreckt, doch sobald wir auf das Boot stiegen hörte es glücklicherweise auf. Mit dem Boot ging es dann durch die kleinen Kanäle in der nähe der Stadt und wurden von einem Einheimischen 76-Jährigen durch Teile des Urwalds geführt und uns gezeigt wo Acai wächst. Auch erklärte uns der Fremdenführer, dass Belem eine der gefährlichsten Städte ist und wir wirklich aufpassen sollten, da erst vor kurzem eine Frau direkt vor ihrem Hotel ausgeraubt wurde. Am Abend sind wir dann noch bei den Docks etwas essen gegangen. Mein Tipp: Setzt euch an den Brauerei Stand und esst den Brownie, aber bitte nicht allein den die Portion reicht locker für 4 Personen.

Rio de Janeiro

 Unser letztes Etappenziel sollte also nun Rio sein. Leider hatten wir mit dem Wetter mehr als Pech und uns sollten sechs sehr regnerische Tage erwarten. Die ersten Tage verbrachten wir im Rio Forest Hostel in Santa Teresa, wo man einen unglaublichen Blick über die Stadt hat. Die Zimmer sind zwar recht klein aber die Leute im Hostel sind unheimlich freundlich. Wir traffen uns am Nachmittag dann mit einem Brasilianer, den wir in Jeri kennengelernt haben und hatten einen feuchtfröhlichen Abend in Rio.
Am zweiten Tag in Rio machten wir uns auf zum Hippie Markt in Ipanema und schlenderten anschließend noch über die Copa Cabana und den Ipanema. Am Abend suchten wir noch in Santa Teresa etwas zu essen, bevor wir am nächsten Tag in den Stadtteil Botafogo in das Ace Hostel zogen. Dieses Hostel war wirklich nur zum schlafen gedacht und die Zimmer luden auch nicht zum verweilen ein.
Bevor wir allerdings nach Botafogo fuhren besuchten wir noch die Escadaria Selarón und benutzen die kostenlose gelbe Bahn nach Santa Teresa hoch. Bis Mittags war das Wetter noch sehr gut, so dass wir uns noch für eine Weile an die Copacabana legten, bevor das Wetter wieder kippte. Den Abend verbrachten wir dann im Shopping Center, da das Wetter sich leider nicht besserte.
Dienstag ist in Rio ein guter Tag alle Museen abzuklappern, da der Eintritt dann frei ist. Also besuchten wir zuerst den Saara Markt, bevor wir ins Museum of Tomorrow gingen. Das Museum ist wirklich gut gemacht und wenn man in Rio ein bisschen Zeit hat einen Besuch wert. Auch sind die berühmten olympischen Wände nicht weit und auch ein Besuch dahin ist sicherlich lohnenswert. Der Plan für den Nachmittag war es das Maracana Stadion zu besichtigen, leider hatte dieses wegen dem Abbau der olympischen Spiele noch geschlossen.
Ein Besuch auf dem Zuckerhut darf bei einem Rio Besuch natürlich nicht fehlen und so machten wir uns am Mittwoch morgen auf den ersten Teil des Bergs zu besteigen. Wenn das Wetter mitspielt würde ich das auch unbedigt empfehlen. Um auf den richtigen Berg zu kommen muss man dann jedoch trotzdem die Seilbahn nehmen. Oben kann man eine ganze Weile herumlaufen und auch kleine Affen beobachten.
Bevor wir zur Christus Statue hochfuhren besuchten wir noch den botanischen Garten und der ist wirklich einen Besuch wert. Die Anlage ist wirklich schön und top gepflegt. Bei der Christus Statue hatten wir mal wieder Pech und trotz vorher gutem Wetters fing es als wir oben ankamen in Strömen an zu regnen und wer uns auf Snapchat verfolgt hat, konnte sehen was wir sahen: Nichts. Enttäuscht fuhren wir heim und unseren letzten Tag wollten wir vormittags eigentlich eine Favela Tour machen. Eigentlich. Denn unsere Rezeptzionistin teilte uns einen falschen Treffpunkt mit und wir standen somit 30 Minuten im Regen und warteten. Nachdem dies mal wieder ein Reinfall war fuhren wir zum Feira de São Cristovão um dort ein paar Souvenirs zu kaufen. Leider war dort mal wieder viel geschlossen und somit machten wir uns mal wieder auf in eine Mall. Am Abend besuchten wir dann noch eine der Pub Crawls und hatten dann noch einen wirklich netten letzten Abend.
Unsere Reise war unheimlich wunderbar und trotz des eher eigenwilligeren Abschlusses in Rio können wir Brasilien jeden nur ans Herz legen. Außer zwei komische Situationen haben wir uns zu keiner Zeit unsicher oder bedroht gefühlt und in Rio haben wir uns fast ausschließlich mit Uber fortbewegt. Lasst euch einmal von der brasilianischen Gelassenheit treiben und genießt vernünftige Caipis an den traumhaften Stränden.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Schreibt mir was :)

Ich freue mich über eure Anregungen, Meinungen und Kritik.
Allerdings macht – wie immer im Leben – der Ton die Musik.
Beleidigungen und Anschuldigungen gegen mich oder meine Leser gehören sich nicht und werden kommentarlos gelöscht.