Über Zukunftsängste und Heimatliebe.

Nach 25 Stunden auf den Beinen sitze ich in der Bahn nach Hamburg zu einem Familienbrunch. Eigentlich habe ich garkeine Lust darauf, hätte lieber geschlafen und mit den anderen um 14 Uhr in der Uni gefrühstückt. Aber nein, manchmal gibt es Verpflichtungen um die man nicht umherkommt.
Sich anzuhören, wie groß und erwachsen man doch geworden ist und was das Studium macht.
Da ist sie wieder, diese elendige Frage.
Nicht dass es gerade schlecht läuft. Ich stehe vor den letzten Klausuren und werde vorraussichtlich in 9 Monaten fertig sein. Doch die Frage vor der es mir graut lässt dann immer nicht lang auf sich warten: Was willst du denn danach machen?
Genau diese Frage ist es, die mir inzwischen seit Monaten im Kopf herumschwirrt: Was will ich machen. Eins war für mich klar: Ich habe keine Lust mehr zu studieren. 5 Jahre haben mir eindeutig gereicht und haben mir gezeigt, was ich nicht machen will.


Also sitze ich da und sage nur: Ich guck mal was sich ergibt. Am Ende wird es genau so laufen.
Später am Tag schlendern wir noch doch die Innenstadt, an der Alster entlang. Ich atme tief ein. Heimat. Eigentlich merke ich nie wie sie mir fehlt, bis ich wieder dort bin. Auf der Schanze, im Fußballstadion, auf dem Kiez in meiner Lieblingsbar oder eben am Jungfernstieg.
Ich will wieder nach einer durchfeierten Nacht über den Fischmarkt schlendern, einen Obstkorb kaufen und der Sonne beim aufegehen zusehen. In den Läden auf der Schanze sitzen und veganen Döner essen und zur Weihnachtszeit über den überteuerten Dom schlendern.
Manchmal überkommt mich dieses Gefühl, des Vermissens so stark und an anderen Tagen merk ich garnicht, wie mir der Großstadtdschungel fehlt. Ob ich nach Ende meines Studiums mich wieder in dieses Getümmel schmeiße? Wir werden sehen.

Over & Out. ♥

Kommentare:

  1. Ich kann dich richtig gut verstehen! Eigentlich habe ich nach 5 Jahren Studium auch keine Lust mehr darauf, aber nun hänge ich an der TU BS im Masterstudium. Tja, Plan B. Plan B macht nicht gerade glücklich muss ich sagen.... Statt zu lernen schreibe ich Bewerbungen oder suche nach gescheiten Stellenangeboten, worauf man sich bewerben könnte.

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  2. Vielen geht es so wie dir!
    Lg Hazel
    http://thetasteofhazel.com

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  3. Richtig schöner Text, der den Nagel auf den Kopf trifft. Und jetzt mal ehrlich, was haben alle immer bloß mit diesem "Was willst du danach machen?".?! Als ob der erste Job nach der Ausbildung der ist, den man für den Rest seines Lebens macht. Von wegen.

    Liebe Grüße und einen schönen Start in die Woche,
    Casey

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  4. Ich weiß zwar nicht, wie es ist in Hamburg daheim zu sein, aber ich weiß, wie es ist dort Zuhause zu sein. Und das ist mir schon extrem viel Wert. Ich liebe meine hessische Heimat und ich komme nicht drum rum jedes Mal genau so tief einzuatmen, um alles von ihr aufzusaugen. Aber wenn ich wieder in Hamburg aussteige, dann weiß ich auch jedes Mal wieder, wieso ich her gezogen bin!

    Schöner Text und schönes Bild. Gefällt mir.. ich schnupper mich mal ein bisschen weiter durch :)

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  5. ein schöner textund auch ein tolles bild :) die zukunftangst kenn ich nur zu gut im moment.

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  6. Oh ich weiß genau was du meinst :(
    Mich wird es bald nach Hamburg ziehen und ich bin gepsannt auf diese Zeit.
    Ich merke auch immer erst was mir fehlt, wenn ich mal wieder dort bin.
    Es wird sich schon was ergeben und ich drücke dir die Daumen.

    Liebste Grüße,
    Susanne M.
    http://myteamisalwayshungry.blogspot.de/

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